People create stories create people; or rather stories create people create stories.”
― Chinua Achebe

People create stories create people; or rather stories create people create stories.”
― Chinua Achebe

What´s really going on at Agbogbloshie?

 

Unterrichtsmaterialien zur Kontextualisierung der Produktion „Welcome to Sodom – Dein Smartphone ist schon hier” (AT 2018). 

 Der österreichische Film „Welcome To Sodom – Dein Smartphone ist schon hier“ (AT 2018) beschäftigt sich mit dem illegalen Elektromüllhandel am Beispiel  von Agbogbloshie, in Accra, Ghana.

Seit 2019 wird dieser Film an österreichischen Schulen gezeigt. Jedoch weist diese Produktion nicht nur signifikante Fehler auf,[1] sondern schreibt sich mit seinen visuellen Strategien, seiner Ästhetik und den zugrundeliegenden Produktionsbedingungen in koloniale Traditionen und Machtverhältnisse ein, die die Unterhaltungsindustrie des “Westens” unter anderem mit gezieltem Ausstellen von “Armut” bedienen, was in der Fachliteratur als “poverty porn”[2] bezeichnet wird und Unterdrückungsverhältnisse bildlich, materiell und ideell wiederholt. Die Produktion verzichtet gänzlich auf eine inhaltliche und systemkritische materialistische Analyse der globalen Produktionsverhältnisse, in die die Mülldeponie eingebunden ist, und übergeht in diesem Sinne auch die Betrachtung historischer Prozesse, die die dort vorherrschenden Lebens- und Arbeitsbedingungen überhaupt erst bedingen. Ebenso wird keinerlei Wert auf das Darstellen von Handlungsstrategien der Akteur*innen zur Verbesserung der Situation gelegt.

Das AEWTASS-Lernpaket für diesen Film enthält einen theoretisch fundierten Werkzeugkasten für Pädagog*innen, mit dem diese differenzierte Hintergrundinformationen und kritische Blicke auf diesen und andere europäische Filme “über Afrika” oder “irgendwo in Afrika” einbauen werden können.

Das Unterrichtsmaterial enthält neben einer wissenschaftlichen Filmanalyse und Hintergrundmaterial zu den Verschränkungen von Kolonial- und Filmgeschichte auch eine Situationsdarstellung inkl. Umweltschutzmaßnahmen vor Ort in Ghana und Erklärungen zu historischen Ursachen der Entstehung der Mülldeponie in Agbogbloshie.
Interessierte Pädagogi*innen erhalten didaktische und methodische Vorschläge für die Umsetzung im Unterricht, um die Einordnung der vielfältigen Themen, die dieser Film nicht vornimmt, zu ermöglichen.

[1] https://www.jus.uio.no/english/research/areas/companies/blog/sustainable-market-actors-for-responsible-trade/welcome-to-sodom.html

[2] https://africasacountry.com/2019/04/zombie-statistics-and-poverty-porn

Erwünschtes Resultat: Schüler*innen werden ermutigt und üben sich in selbstständigem kritischem Hinterfragen von rassistisch konnotierten Unterrichtsmaterialien; Sensibilisierung und Vermittlung von Methoden zur Rekonstruktion von neokolonialistischen, rassistischen Darstellungen in Bildern und Filmen, auch jene, die im Unterricht zum Einsatz kommen.

Anknüpfungspunkte für den Unterricht: Der Werkzeugkasten kann in unterschiedlichen Schulfächern (u.a. Geografie und Wirtschaftskunde, Geschichte, Sozialkunde und Ethik) eingesetzt werden.

Außerdem soll zu Austausch und Diskussionen mit und zwischen den Lehrenden über die Konsequenzen steoreotyper Darstellung von Menschen afrikanischer Herkunft angeregt werden.

Erstellung Begleitmaterial: Dr. Viktoria Luiza Metschl, Prof. Dr. Martin Oteng und Ing. Israel Acheampong.

Fokusgruppe: Pädagog*innen aller Schulstufen.

Mag.a Dr.in Viktoria Luiza Metschl

Zuständigkeit: Filmanalyse, Welcome To Sodom
Mag.a Dr.in Viktoria Metschl arbeitet als Filmwissenschaftlerin und Übersetzerin. Sie studierte Development Studies und Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien. Sie ist Mitherausgeberin von „Figurationen von Solidarität. Algerien, das Kino und die Rhythmen des anti-kolonialen Internationalismus“ (Berlin 2019), einer Sammlung kritischer Essays über das Kino und Netzwerke des antikolonialen Internationalismus, inspiriert vom revolutionären Algerien. Darüber hinaus hat sie 2018 unter anderem eine Retrospektive zu den Werken von Sarah Maldoror im Filmmuseum Wien organisiert Ihre Schriften wurden in Africultures, kolik film und Texte zur Kunst unter anderem in Zeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht.
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Prof. Martin Oteng-Ababio

Zuständigkeit: Erstellung einer Situationsanalyse betreffend der Ortschaft Agbogbloshie in Accra, Ghana

Martin Oteng-Ababio ist Professor für Stadtgeographie und Leiter der Abteilung für Geographie und Ressourcenentwicklung der Universität von Ghana. Er fungiert gleichzeitig als Projektkoordinator für PeriPeri U (Partner zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit von Menschen, die Risiken ausgesetzt sind), einer Plattform für zwölf afrikanische Universitäten mit einer Agenda zur Reduzierung von Katastrophenrisiken. Seine Forschungsinteressen umfassen Stadtstudien mit den Schwerpunkten Umweltmanagement, Infrastrukturdienstleistungen, Reduzierung des Katastrophenrisikos und Informalität. Er hat über achtzig von Experten begutachtete Zeitschriftenartikel und zwanzig Buchkapitel verfasst. Unter anderem wurde sein Artikel in Habitat International 2016 mit dem vielzitierten Forschungsbericht des Jahres ausgezeichnet. Im Jahr 2019 gewann er als Dekan der School of Social Sciences den „Best Mentorship Award“ für das Studienjahr 2018/2019 an der University of Ghana.

Ing. Israel Boakye Acheampong (PE-GhIE)

Zuständigkeit: Situationsanalyse zum Ausblick der Arbeit und Involvierung der Firma „Jospong Group of Companies“ in der Ortschaft Agbogbloshie

Ing. Israel Boakye Acheampong studierte Chemieingenieurwesen Bsc. und Mphil. an der Kwame Nkrumah Universität für Wissenschaft und Technologie in Ghana.
Er ist Berater für Engineering Design und leitet Projekte bei der Organisation „Africa Environmental Sanitation Consult“. Derzeit ist er in den Bereichen operative Forschung und Projektumsetzung im Abfall- und Ressourcenmanagement in Bezug auf Materialrückgewinnung, Wiederverwendung, Recycling sowie Energierückgewinnung tätig.

Des Weiteren ist er Mitglied der International Solid Waste Management Association (ISWA) und Mitglied der Ghana Institution of Engineers.

Address:

Vienna Institute for the African Diaspora
Kalvarienberggasse 23/Hofgebäude 1170 Wien
ZVR-Nr: 1756601688